Quelle: pans / pixelio.de

Abzocker, Opfer und Lösungsvorschläge (für beide Seiten)

Das Magazin ZDF Wiso zeigte am 9. Februar einen Bericht mit dem Titel „Wucher-Tarife beim Strom-Tanken„. Im Folgenden möchte ich die Inhalte des Berichts genauer beleuchten – aus dem Blickwinkel von jemanden, der selbst ein Elektroauto für den Privatgebrauch ausgewählt hat und damit 18.000 km im Jahr zurück legt.

Vorweg: ich arbeite für keinen der im Bericht genannten Konzerne, weder einem Stromanbieter, noch einem Hersteller von Elektroautos.

Passt (Quelle: Thommy Weiss / pixelio.de)
Passt (Quelle: Thommy Weiss / pixelio.de)

Der Vorwurf von WISO lautet: die Stromkonzerne zocken den Verbraucher ab. Generell nickt man zu so einer Aussage gern mal. In diesem Fall sollte man aber genauer hinschauen.

Die Kritik lautet: für einmal Aufladen des Elektroautos, in diesem Fall knappe 100km Reichweite, hat der „Testkunde“ aus dem Video etwa 15€ bezahlen müssen (17,43€/100km). Stimmt, das ist heftig.

Die Meinung über den armen Testkunden kann sich aber schnell ändern, wenn man folgenden Inhalt des Beitrags berücksichtigt: Sprecher: „Er achtet nicht auf den Tarif“ und Testkunde: „…ich bin davon ausgegangen, das wird schon irgendwie ein Preis wie zu hause sein…“ Na mal ganz ehrlich, wenn ich mich nicht über einen Tarif informiere, darf ich mich auch nicht beschweren, wenn er teurer als erwartet ist. Das ist beim Elektroauto nicht anders als beim Handy.

Stromkosten (Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de)
Stromkosten (Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de)

Der nächste Vorwurf: er fühle sich von EnBW in die Falle gelockt. Ich sehe das nicht so. Zum einen hätte ihn sein BMW-Händler im Rahmen des Verkausfprozesses auf die Ladezeiten des Fahrzeugs hinweisen müssen, man will seine Kunden doch sicher korrekt und umfassend informieren, oder? Zum anderen hat der Testkunde laut Bericht auch schon oft zu hause geladen. Spätestens von dort hätte er die Ladezeiten seines Wagens kennen müssen. Und EnBW hat den Tarif alles andere als undurchsichtig gestaltet und schon gar keine Informationen versteckt, um Kunden in die Falle zu locken. Sowohl auf der Homepage über die man die Ladekarte bestellt als auch im Flyer, der der Ladekarte beiliegt, steht klar drin, dass es am Typ2-Stecker 5€/h kostet. Fallen sehen für mich anders aus.

Der Testkunde hätte sein Fahrzeug ja ebenso gut an die Schuko-Steckdose der Ladesäule anschließen können. Dort bekommt er die 3,6kW, die sein Wagen ausnutzen kann, und bezahlt dafür nur 1,50€/h – also 42ct/kWh. Das ist zwar noch immer teurer als der Strom zu hause, er hätte aber seine Volladung über 3 Stunden nur mit 4,50€ bezahlen müssen. Da man nicht vergessen sollte, das eine Ladesäule auch im Unterhalt Geld kostet, ist das ein durchaus akzeptabler Tarif und auch nicht teurer als ein Benziner für die Strecke.

Abbruch (Quelle: Bernd Kasper / pixelio.de)
Abbruch (Quelle: Bernd Kasper / pixelio.de)

Dann heißt es noch: „laut ADAC sind so gut wie alle in Deutschland fahrenden Elektrofahrzeuge auf langsames Laden beschränkt.“ Laut KBA wurden 2014 in Deutschland 8.522 reine Elektroautos verkauft. AC-Schnelllader haben davon die Renault ZOE (1498 Stück), Telsa Model S (814 Stück) sowie der Smart ED (gegen Aufpreis, 1589 Stück).  Das sind also 3.901 von 8.522 oder 45,8%. Für 2013 sieht es ähnlich aus. Seit letztem Herbst ist zusätzlich noch die Mercedes B-Klasse Electric Drive in Deutschland erhältlich, die mit 11kW laden kann (für die ich aber noch keine Verkaufszahlen finden konnte). Zumindest für die letzten beiden Jahre kann man die ADAC-Aussage also nicht stehen lassen.

Wenn ich mir ein neues oder auch gebrauchtes Auto kaufe, informiere ich mich doch gut darüber – außer Geld spielt keine Rolle, dann darf ich mich aber auch nicht über die Ladekosten beschweren. Dabei sollte dem E-Auto-Käufer auch mal auffallen, dass verschiedene Modelle unterschiedlich schnell laden können. Nun muss man die Eigenschaften des Wagens mit seinen persönlichen Bedürfnissen zusammen bringen und sollte bei einem Fahrzeug landen, das passend ist. Hat man sich vorher nicht richtig informiert und nur gesehen, dass das Auto vielleicht stylisch ist, aber übersehen dass es nur Schnarchladen kann, sollte man sich hinterher auch nicht beschweren. Es hätte durchaus bezahlbare Alternativen am Markt gegeben. Man hätte sich halt informieren müssen.

Hätte der Testkunde eine ZOE (die auch kurz positiv erwähnt wurde), Smart ED oder Model S gefahren, hätte er für die knapp 100km etwa 45min geladen, mit der B-Klasse ED 1,5 Stunden. Diese 45miin hätten ihn dann 3,75€ gekostet. Fairer Preis finde ich für knappe 100km. Selbst wenn es unbedingt der i3 sein muss: mit Schuko wäre er ja in einem nur minimal höheren Preisbereich für die Ladung gelandet. Hab ich’s schonmal gesagt? Vorher Informieren ist echt top.

Aber: selbst ein etwas reißerisch aufgemachter Fernsehbeitrag (der leider mal wieder das Elektroauto sehr plakativ schlecht rechnet) kann ja noch zu was Gutem dienen. Meine Schlüsse:

  • BMW Welt und Vierzylinder (Quelle: Peter Untermann / pixelio.de)
    BMW Welt und Vierzylinder (Quelle: Peter Untermann / pixelio.de)

    Hersteller von Elektroautos sollten generell AC-Schnelllademöglichkeit ohne Aufpreis anbieten. Laut Statistik (abgerufen heute, 14.02.2015) von goingelectric.de sind von den 22.405 in Europa erfassten AC- und DC-Ladepunkten 266 mit 43kW AC (1%), 5881 mit 22kW AC (26%) und 3.038 immerhin mit 11kW AC (13%) ausgestattet. Macht in Summe 40% aller Ladepunkte. Sie würden ihren Kunden damit wirklich etwas Gutes tun.

  • Bei DC-Schnellladung sieht es leider nicht so einheitlich aus: in Europa sind 756 CHAdeMO und 390 Combinded Charging (CCS) Ladepunkte erfasst. Hier geht der Wunsch daher an die Betreiber der Ladesäulen: bevor eine Säule aufgestellt wird, die nur CCS oder CHAdeMO unterstützt, sollte besser ein Triple-Charger installiert werden, der beide DC-Varianten liefert und AC mit 22kW oder besser noch 43kW. Solche Ladesäulen mit CHAdeMO und CSS sind nur unwesentlich teurer als welche, die nur eines von beiden unterstützen. Der Grund: CCS und CHAdeMO nutzen nur einen anderen Stecker und ein anderes Protokoll zur Kommunikation zwischen Auto und Ladesäule, der Strom ist der gleiche. Das wirklich teure an der Säule ist aber der leistungsfähige Gleichrichter, nicht das bisschen Elektronik zur Kommunikation mit dem angeschlossenen Fahrzeug.
  • Verkäufer (Quelle: Konstantin Gastmann / pixelio.de)
    Verkäufer (Quelle: Konstantin Gastmann / pixelio.de)

    Autoverkäufer sollten dazu verpflichtet werden, ihre Kunden über die Spezifika eines Elektroautos aufzuklären. Dazu zählen zum Beispiel Ladedauer und reale Reichweite im Sommer wie Winter (ich weiß, die reale Reichweite ist sehr schwer „sauber“ zu erfassen). Eine Selbstverpflichtung wäre ein guter Schritt, den Kunden mehr Vertrauen zu geben und anschließend zufriedene Kunden zu haben. Das ist gerade in einem jungen Markt wichtig, der noch nicht sehr groß ist.

  • Alles fließt (Quelle: FotoHiero / pixelio.de)
    Alles fließt (Quelle: FotoHiero / pixelio.de)

    Die Stromkonzerne mit Zeittarifen könnten mit etwas mehr Intelligenz in den Ladesäulen solchen Berichten vorbeugen: stellt die Ladesäule fest, dass nur mit Schukogeschwindigkeit geladen wird, wird auch nur der Schuko-Tarif berechnet. Vielleicht könnte man sogar eine Abstufung der Tarife nach 3.6kW, 7.2kW und 22kW vornehmen – das sind doch die momentan gängigsten Leistungen für AC-Ladegeräte in Elektroautos. (Damit will ich nicht sagen, dass wir nicht mehr 43kW AC Ladepunkte brauchen, aber das ist ein anderes Thema).

  • Zeittarife haben durchaus auch ihren Charme: man ist gehalten sein Auto am Ende des Ladevorgangs umzuparken und die Ladesäule so für den nächsten frei zu machen. Ein Anreiz über einen erhöhten Tarif kurz nachdem das Fahrzeug nicht mehr geladen wird, orientiert z.B. an den regulären Parkgebühren der Stadt. Das ganze muss dann minutengenau abgerechnet werden (macht EnBW meine ich heute schon) und sollte unbedingt mit dem folgenden Vorschlag kombiniert werden.
  • Mobilfunk-Antennen (Quelle: FotoHiero / pixelio.de)
    Mobilfunk-Antennen (Quelle: FotoHiero / pixelio.de)

    Die Ladesäule weiß durch die Ladekarte, wer sie zum Laden freigeschaltet hat. Schön wäre es, wenn sie mir am Ende des Ladevorgangs eine SMS schickt. Dann kann ich bei nächster Gelegenheit meine Einkaufstour unterbrechen und das Auto umparken. Ich spare mir unnötige Gebühren an der Säule und der nächste findet wieder eine freie Säule. Das wäre echter Kundenservice.

Wir sehen, es gibt viele Ideen, die aus sich aus dem dargestellten Problem entwickeln lassen. Schade nur, dass so wenige Journalisten drauf kommen, mal hilfreiche Vorschläge zu machen, und so viele einfach nur einen Haudrauf-Beitrag basteln. Gerade an die teuer bezahlten öffentlich-rechtlichen habe ich da eine wesentliche höhere Erwartungshaltung für meine Zwangs-Rundfunkgebühren.

Ergänzung vom 16.02.2015: Dank an Joachim für seinen Hinweis im Kommentar. Wer sich den Beitrag von WISO angeschaut hat und dann den Aufruf des ZDF im goingelectric Forum durchliest, erkennt sofort, dass es dem ZDF nur darum ging auf die Stromkonzerne einzuhauen und nebenbei Elektromobilität madig zu machen, denn konstruktive Vorschläge lieferte WISO ja nicht. Die speziell gesuchten Fahrer von Elektroautos, die an AC-Ladesäulen gar nicht schnell laden können, werden dafür aber ganz schön umschmeichelt. In dem Aufruf heißt es sogar „Umso wichtiger ist es, konstruktiv an Probleme heranzugehen“. Aha, den Teil habe ich im Beitrag dann wohl komplett verpasst.

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17 Gedanken zu „Abzocker, Opfer und Lösungsvorschläge (für beide Seiten)“

  1. Danke! Ein wirklich guter Kommentar zu diesem seltsamen Fernsehbeitrag, den ich in allen Punkten unterschreiben kann (also, den Kommentar, nicht den Beitrag). Im Vorfeld ging ja durch’s goingelectric-Forum ein Aufruf (nur) an VW oder BMW-Fahrer, sich bei der WISO-Redaktion zu melden und von Ihren Erfahrungen zu berichten. Die Absicht des Beitrages stand also anscheinend schon von vornherein fest. Es hätte ja auch andere Autos gegeben, deren Fahrer/-innen sich nicht abgezockt fühlen dürften, ich bin z.B. mit meiner Zoe mit den EnBW-Tarifen absolut zufrieden, und ja, der Zeitbeitrag erzieht zur Disziplin und verhindert evtl. ein Dauerblockieren.

  2. Ich habe auch ERHEBLICH Probleme mit diesen EnBW-Ladedosen in Stuttgart. Ich fahre gerne mit dem eGolf von Konstanz nach Stuttgart – und abends wieder zurück. Das Fahrzeug muss dann in Stuttgart komplett aufgeladen werden. Laden an Schucko mit nur 2,3kW reicht zeitlich nicht. An den reichlich vorhandenen EnBW-Stationen kann man mit 3,6kW laden. Allerdings reicht eine Prepaid-Karte mit 25€ Guthaben für einmal aufladen nicht aus! Man braucht etwa 35€, also muss man eine Karte mit 50€ Guthaben kaufen. Das sind WUCHERPREISE von weit über einem Euro pro kWh und damit um ein vielfaches teurer als mit einem Verbrenner. Etwa halb so teuer wäre es, wenn ich mich verpflichten würde, so-und-so-viel pro Monat abzunehmen. So oft fahre ich allerdings nicht in diese Stadt und in anderen Stadten gelten wieder andere Regeln (nerv).

    1. Hallo Kristian,
      ja das verstehe ich. Da ist das Modell dann nicht tauglich. Es gibt aber auch in Stuttgart Alternativen, die Du hier findest: http://www.goingelectric.de/stromtankstellen/kostenlos/ Darunter auch eine Säule von VW mit CCS und Typ2. Klar, die ist dann nicht direkt in der Innenstadt und Du müsstest nochmal ein paar Groschen in die Stadtbahn investieren – dafür haste dann aber auch gratis geladen.
      Ansonsten hast Du ja den alternativen Tarif von EnBW schon angesprochen: im Abo kostet die Stunde nur noch 2€ und mit Viellader-Option nur noch 25ct ab der 5. Stunde. Bist Du also 3x im Monat da sind das angenommen 3x 8Std = 24Std Laden. Die Kosten 5h x 2€ + 19h x 0,25€ = 14,75€. Dazu noch 15€ Grundgebühr (inkl Viellader-Option) sind wir bei etwa 30€. Dafür fährst Du dann 3x von Stuttgart nach Konstanz, also 10€ / Fahrt. Das macht Dir die Bahn nicht und ein Verbrenner schon gar nicht.
      Was mich aber erstaunt, ist dass Du die 175km zwischen beiden Städten schaffst. Da hätte ich vermutet, dass ein Ladehalt zwischendurch sein muss, der am besten noch eine CCS-Säule bietet. Hast Du da was passendes auf der Strecke oder fährst Du tatsächlich so sparsam, dass das mit einer Ladung reicht?

    2. Hinweis des Blog-Betreibers: der Kommentator ist der Test-Kunde aus dem Fernsehbeitrag. Leider hat er das selbst nicht dazu geschrieben.
      Kristian, Dein Kommentar über die WUCHERPREISE spricht mir aus der Seele. Mich betrifft es im Prinzip nicht mehr, da ich einfach EnBW-Ladepunkte wegen dem WUCHER meide, bzw. falls es sich nicht vermeiden lässt, nehme ich tatsächlich seit meinen Erst-Erfahrungen mit Typ2 bei EnBW nur noch Schuko-Laden. Ich wohne nicht so weit weg wie Du, deshalb reichen mir 2-3 Stunden Schuko immer für den Heimweg. Mit Typ2 wäre ich wohl in der halben Zeit fertig, aber EnBw will es ja wohl so, dass bis zu 2/3 aller in 2014 neu in D zugelassenen Fahrzeuge entweder ihre Säulen meiden oder sie blockieren.
      Im Sinne der eMobilität macht das sicher keinen Sinn.

  3. Danke für die Klarstellungen zu diesem einseitigen Bericht.
    Kurz etwas zu den Zeittarifen: Das charmante an den aktuellen Zeittarifen ist, dass das Eichrecht für Strom nicht beachtet werden muss. Die Energiewirtschaft kenn leider mobile Verbraucher und Ladungen an wechselnden Stromzählern noch nicht sehr lange. Mit den alten Systemen ist das nicht machbar. Zeittarife sind einfacher (jeder kann mit seiner eigenen Uhr nachmessen), aber dann darf man keine Angaben zu kWh machen oder auch nicht nach kW unterscheiden (wie hier vorgeschlagen), dann muss man direkt wieder das Eichrecht einhalten. Wenn also nach Ladeleistung (kW) unterschieden werden soll, kann man auch direkt nach kWh abrechnen…
    Die Tarife werden sich in der jungen Branche in den kommenden Jahren noch einpendeln. Die Energiewirtschaft hatte sich auf 22 kW Ladung eingesgtellt…und jetzt kommen die OEMs mit Schnarchladern daher. Da muss man erst mal wieder umdenken.
    Beste Grüße

    1. Hinweis des Blog-Betreibers: der Kommentator ist der Test-Kunde aus dem Fernsehbeitrag. Leider hat er das selbst nicht dazu geschrieben.
      Hallo Markus, so einseitig finde ich den Bericht gar nicht: immerhin weist er auf Preise hin, die für 2/3 der in D 2014 neu zugelassenen eAutos unfair sind (schließlich haben die 1500 Smart ED sicher nicht alle die heftig aufpreispflichtige 22kW-Option bestellt. Das Thema Eichrecht verstehe ich sehr wohl. Nur erwarte ich hier von Anbietern wie EnBW oder RWE, dass sie positive Lobby-Arbeit zur Förderung der eMobilität machen und Gesetzentwürfe bei den Regierungsparteien einbringen, die für Stromladesäulen Ausnahmen vom Eichrecht zulassen, so dass eine faire leistungsbezogene Abrechnung für die Mehrzahl der eMobilisten erreicht wird.
      P.S. Ich vermute, Sie sind im Bereich der Stromanbieter tätig. Ihre Unterstützung in diesem Sinne wird sicher nicht nur von mir freudig begrüßt.
      Ich hoffe, in Bälde zufriedener Kunde der EnBW (/RWE) zu sein zu können !
      Und das so ein Bericht etwas zugespitzt sein muss, damit er Gehör findet, halte ich dem WISO-Team hier mal zugute.

    2. Den Beitrag des WDR finde ich überhaupt nicht überspitzt, sondern ist seh sachlich und zeigt nur die Tatsachen auf.
      Bei einem Stromverkäufer sollte man doch davon ausgehen, das er keine Probleme mit einer verbrauchsabhängigen Abrechnung hat, denn genau das muss er ja auch milionenfach in jedem Haushalt tun und dabei auch das Eichgesetz beachten.
      Das es die Stromanbieter nun an vielen Ladesäulen eben nicht tun (wollen), kann da eben nur mit „Abzocke“ erklärt werden, da es eben keinen wirklich technischen Hintergrund hat, sondern nur dem „Charme“ eines Marketingstrategen entsprungen sein kann.

      1. Hallo Karl,
        leider nein, es ist ein eichrechtliches Problem: da gibt es einen Unterschied zwischen Installationen, die nur einem Kunden (Hausinstallation, Industriebetrieb, …) zugeordnet sind und welchen, die öffentlich zugänglich sind wie Ladesäulen. Kleine Messungenauigkeiten gleichen sich bei einem Kunden über das Jahr hinweg wieder aus – an der Ladesäule können kleine Ungenauigkeiten in der Messung dazu führen, dass einer die kWh des anderen mitbezahlt. Sicher keine tragischen Beträge um die es ginge, aber das Eichrecht möchte da ganz korrekt sein. Dass es Anbieter gibt, die an Ladesäulen nach kWh abrechnen, liegt daran, dass die Eichbehörde des Bundeslandes wo sie ihren Hauptsitz haben, das etwas anders handhabt als andere Eichbehörden. Es hängt also auch vom Bundesland ab aus dem der Ladesäulenhersteller kommt (nicht wo die Säulen nachher aufgestellt werden).
        PS: Der Beitrag ist aus dem ZDF, aber ich denke, Du sprichst vom gleichen Beitrag.

  4. Lieber René, Sie schreiben: Hier geht der Wunsch daher an die Betreiber der Ladesäulen: bevor eine Säule aufgestellt wird, die nur CCS oder CHAdeMO unterstützt, sollte besser ein Triple-Charger installiert werden, der beide DC-Varianten liefert und AC mit 22kW oder besser noch 43kW.
    Es freut mich hier erwähnen zu können, dass wir bei Allego gerade das tun: immer „3-in-1“ !
    VG, Ton Karelse

  5. Mit der Prepaid-Ladekarte von The Mobility House kann ich mit meinem langsam ladenden Renault Kangoo ZE für 56 Cent pro kWh auch an EnBW Ladesäulen laden, unabhängig von der benötigten Zeit. Leider zeigt mir die Ladesäule nur die Ladezeit an und nicht die gezogenen kWh und/oder den Euro-Betrag. Somit habe ich keine wirkliche Kontrolle über den Restbetrag auf der Ladekarte.

  6. Die B-Klasse lädt auch 3-phasig (ohne Aufpreis, 11kW), die anderen werden folgen. Bis dahin Augen auf beim Fahrzeugkauf und mehr an die Nutzung des Autos denken als an den „Schick“. Und danke für den guten Kommentar zu der WISO-Sendung. Ich fand sie auch unter BILD Niveau, aber wer informiert sich schon ernsthaft aus der BILD-Zeitung 😉

  7. Für die Fahrer eines VW bietet sich als Lösung für die EnBW Wuchertarife die Charge&Fuel Karte von VW an. Da kostet das Laden bei EnBW (wohl auch an der 22kW-Seite) nur 95 Cent/h für AC-Laden. CCS dann 11,95€/h (und bis 30.6.15 auch noch kostenlos laden)

  8. Analogie zur Verbrenner-Welt: Wenn zunehmend Kunden an herkömmlichen Tankstellen vorfahren, die ihr Fahrzeug nicht flott betanken (3 Minuten), sondern das Benzin nur tröpfeln lassen (30 Minuten oder mehr), gibt es sehr bald mächtig Ärger. Und die Tankstellen werden Zeittarife oder Strafgelder einführen. Denn die Investition kann ich als Tankstellen-Betreiber nur refinanzieren, wenn viele Leute pro Tag tanken, und nicht ganz wenige Schnarchtanker oder gar Dauerparker die Zapfsäule blockieren.
    Insofern: Schnarchlader-Fahrzeuge werden den Trend zu Zeittarifen verstärken. Und Schnarchlader-Fahrer müssen sich darpber im Klaren sein, dass sie nicht nur Strom kaufen, sondern auch einen Ladeplatz blockieren.
    Bei Mietwagen, CarSharing und Taxi ist doch auch klar: Es gibt eine km-Komponente und eine Zeit-Komponente. Wer bummelt, zahlt. Denn er blockiert Kapazitäten. Insofern handelt EnBW nicht fies, sondern unternehmerisch klug.
    Die Idee, Schnarchlader weniger zahlen zu lassen, obwohl diese die Ladesäule länger blockieren, ist aberwitzig. Genau andersrum müsste es sein, falls sich die Investition jemals refinanzieren soll.

  9. Ja, die EnBW macht das so und hat Ihre Gründe. Da das Thema E-Mobilität noch neu ist, sollte man sich gründlich informieren.
    Und das fängt bei den E-Cars (Fabrikat/Ladeleistung) an und geht dann zu den unterschiedlichsten Ladesäulenanbieter weiter. Hätte der Tester sich bei Ladenetz.de eine Karte besorgt, wäre der Artikel ganz anders ausgefallen.

    Wenn ich mich für ein Fahrzeug der Klasse „langsames“ Laden (an die meisten Ladestationen in D entscheide), kann ich doch nicht anderen mein eigenes Problem (Entscheidung) aufhalsen.

    Die bewußt Langsamlader blockieren die Ladestation für andere. Hoffe, das bald mehr Ladestationen aufgebaut werden. Nur glaube ich nicht daran, da, anderes als in Frankreich oder Niederlande, nicht wirkliches Interesse besteht.

    Abzocker EnBW? Nein! Der Tester bekommt genau das was er bestellt hat: Die Rechnung für seine Entscheidung.

    (ich habe einen BMW-Verkäufer vorgerechnet, was beim i3 eine Akkuladung bei der EnBW kosten würde. Blass wurde er)

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