E-Motion statt Emission – Teil 2

Der folgende Beitrag stammt aus der Beilage „Klima vor Ort, Mai 2017“ der Südwest Presse in den Landkreisen Tübingen und Freudenstadt und wird mit freundlicher Genehmigung der Redaktion hier veröffentlicht. Dies ist der zweite Teil, Teil 1 findest Du hier.

Es begann mit einer Probefahrt 2010

René Auberger hat seine erste Erfahrung mit der E-Mobilität 2010 auf der Hannovermesse gemacht. Auf dem Freigelände war ein kleiner Parcours mit Elektrofahrzeugen eingerichtet. Da stand sein Entschluss fest: „So will ich auch einmal fahren: umweltfreundlich, entspannt, leise.“ Drei Jahre später kaufte sich der Diplom-Ingenieur aus Eutingen sein erstes Elektro-Auto. Und startete einen Blog, um seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Schnell hatte er eine große Leserschaft und Rückmeldung von vielen, die aufgrund der Infos im Blog eine Probefahrt mit einem Elektroauto gemacht haben oder sich tatsächlich eines zugelegt haben. „Elektroautos sind alltags- und familientauglich geworden“, so die Einschätzung von René Auberger. „Im Vergleich zu den Anfangsmodellen leisten Elektrofahrzeuge heute viel größere Reichweiten, der neue Renault Zoe kommt zum Beispiel fast 400 Kilometer weit.“

Das Thema Elektromobilität ist für Auberger nach wie vor hochaktuell, „vor allem um unsere Klimaschutzziele zu erreichen“. Es bringe auch nichts, im Zuge der Diskussion um  Fahrverbote für Dieselfahrzeuge nach besseren Filtern zu verlangen oder Benziner zu bevorzugen. „Die Elektromobilität muss als einzig richtige Alternative im Vordergrund stehen.“ Selbstverständlich mit ökologischem Strom: „Aber ich kenne keine Ladestationbetreiber, der seine Station nicht mit regenerativ erzeugtem Strom betreibt“, sagt er.

Netz der Ladestationen

Was das Ladestationennetz betrifft, schätzt Auberger die Situation als recht gut ein. „Bei uns in der Region gibt es einige öffentliche Ladestationen.“ Waren die Ladestationen früher immer frei, komme es heute vermehrt vor, dass schon jemand an der „Zapfsäule“ stehe. Und dann? „Da gibt es verschiedene Ansätze, beispielsweise  eine „Ladescheibe“, bei der E-Autofahrer das voraussichtliche Ladezeitende einstellen und für dringende Fälle eine Telefonnummer hinterlassen. Oder Smartphone-Apps, die es den Besitzern der Elektroautos ermöglicht, miteinander zu kommunizieren.“ Natürlich sei die Infrastruktur weiter ausbaufähig. „Prädestinierte Orte sind beispielsweise in der Nähe von Einkaufszentren, am Arbeitsplatz oder an Parkplätzen und in Parkhäusern.“

Akzeptanz von Elektroautos

Die bisher eher mäßige Akzeptanz von Elektrofahrzeugen sieht Auberger in ihrer Vermarktung. Er wünscht sich, dass die Autohäuser in der Region Elektroautos prominenter platzieren und aktiv anbieten. „Für viele ist die Reichweite für den Tagesgebrauch ausreichend, sprich, alle, die einen Zweitwagen suchen, sind mit einem Elektroauto gut beraten.“ Den staatlichen Zuschuss für reine Elektrowagen mit Batterie in Höhe von 4000 Euro hält er für eine sinnvolle Sache – für die Übergangszeit. „Käufer sollten aber nicht nur die Anschaffungskosten beachten. Ich beispielsweise fahre für 3,50 Euro Stromkosten 100 Kilometer. Die Inspektion kostet mich jährlich rund 80 Euro, und danach ist das Fahrzeug gewaschen und voll geladen!“

Auberger ist überzeugt, dass sehr viele Handwerker und kleine Firmen auf Elektromobilität umsteigen können. „Es gibt Lieferfahrzeuge und Transporter mit Elektroantrieb, die für gewerbliche Kunden auch zum Leasing angeboten werden. Kaum ein Handwerker fährt mehr als 150 Kilometer am Tag. Und wenn er mal eine weite Anfahrt hat, dann kann er das Fahrzeug doch an der Baustelle laden und zieht nachher vielleicht drei bis fünf Euro für den Strom von der Rechnung ab. Das ist gut für sein Image, für  das Klima und günstiger fährt er auch noch“, wirbt Auberger.

Status-Symbol Auto

Für viele gilt das Auto als Statussymbol schlechthin. Kann das Elektroauto da mithalten? „In meinem Umfeld werden Elektroautos als innovativ und attraktiv wahrgenommen. Elektrofahrzeuge bedeuten nicht Verzicht, im Gegenteil, sie bieten sehr viel Komfort, meist ist in der Grundausstattung schon Tempomat und Rückfahrkamera Standard.“

Jerome Brunelle und Rene Auberger geht es wie den meisten Elektrofahrzeughaltern: Sie werden oft darauf angesprochen und nach ihren Erfahrungen gefragt. Argumente gibt es genügend, das Überzeugendste ist, da sind beide einer Meinung: „Gehen Sie zu einem Händler und machen sie einfach mal eine Probefahrt!“

René Auberger

stieg mit seiner Familie im Dezember 2013 auf ein Elektroauto um. Was als Zweitwagen geplant war, wurde schnell das Erstfahrzeug, mit dem die Familie 20 000 Kilometer pro Jahr rein elektrisch fährt und so jährlich 3,5 Tonnen CO2 einspart. Beruflich entwirft René Auberger für innovative Unternehmen IT-Lösungen in den Bereichen Internet der Dinge, Industrie 4.0 und Smart Home. Erfahrungen und Kommentare zur Elektromobilität veröffentlicht er im Blog http://zoe-elektrisierend.de und auf https://twitter.com/Elektrisierend.

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6 Gedanken zu „E-Motion statt Emission – Teil 2“

  1. Hallo,
    seit 3/14 fahren wir einen E-Smart und seit 11/14 eine ZOE. Wir haben 2014 ein Passivhaus in Holzständerbauweise mit 14,5 kw Photovoltaik gebaut und versorgen uns überwiegend selbst.
    Seit gestern haben wir für unseren Fahradträger eine Anhängekupplung an die ZOE montiert.
    Grüsse aus Reimlingen, Peter Range

  2. Ja ich habe etwas Reichweitenangst. Macht aber nichts im Oktober kommt meine Zoe ! Als Erstauto ,ein zweites haben wir nicht. Leider kann man sie nicht mehr mit 43 kW laden. Aber man muss sich Mal überlegen welche Strecken man bisher gefahren ist und stellt fest es sind sehr,sehr selten über 300 km.
    Da man meist nach 3 Stunden eh eine Pause macht kann man nebenher auch gleich laden.Nur würde ich persönlich nun nicht gerade nach Frankreich an die Atlantikküste fahren weil das mir mit Laden einfach zu lange dauert. Mir wird es wohl so gehen wie denen wo schon eine Weile E-Autos fahren . Die haben keinerlei Reichweitenangst! Freue mich schon riesig auf Oktober wenn sie endlich da ist.wobei ich zugeben muss das mich es schon einwenig Schmerzt das ich meinen Toyota Prius abgeben muss
    Gruss
    Andreas

  3. Fahre seit 5/2016 eine Zoe R240 . Bin Berufspendler und fahre mit ihr 42 km am Tag, bisher 15.000 km. Wenn ich mal auf den großen Akku (40kw) Upgraden könnte, wäre es optimal. Die Stadtwerke meiner Heimatstadt geben an ihren 22kw-Ladesäulen den Strom aktuell noch kostenlos ab. Hinzu kommen die 10Jahre ohne Kfz-Steuer. Meine Nichte (9 Jahre) ist immer ganz stolz, wenn Sie mitfahren darf. Für mich gibt es kein Zurück zum Verbrenner. Der Lärm, der Gestank …
    Euch allzeit gute Fahrt!
    Gruß
    Bernhard

  4. Mindestens jedes Zweitauto könnte/sollte bereits heute ein e-Auto sein.
    Wir fahren einen Verbrenner (Volvo S60) und seit 1,5 Jahren statt eines Golfs eine(n) Renault ZOE.
    Seit wir die ZOE haben, ist es das Erstauto.
    Der Volvo(Benziner) wird nur mehr gefahren, wenn die Reichweite der ZOE von ca 160/110km
    (Sommer/Winter) zum Problem werden könnte.
    Für alle Stadt- und Umgebungsfahrten ist die ZOE ideal. Geladen wird – wenn notwendig – nachts an der normalen Garagensteckdose.
    Damit ist das Auto dann glz. zur Abfahrtszeit angenehm warm.

    Gerade in der Stadt sind die Verbrenner das eigentliche Problem – unpraktisch groß, laut und vor allem stinkend, insbesondere die Dieselfahrzeuge – nicht nur die alten !
    Wer je ein e-Auto gefahren hat wird schnell erkennen, was wirklich ruhig und trotzdem spurtstark fahren heißt.
    Spätestens dann, wenn daneben oder dahinter ein Verbrenner mit seiner – ach so ‚modernen‘ Start/Stop-Automatik – loslegt ! Oder noch schlimmer – der Vordermann mit entsprechendem Auspuff-Ausstoß.

    Testen Sie ein e-Auto mit der Möglichkeit, an einer normalen Steckdose zu laden und entscheiden Sie sich für einen ‚grünen‘ Stromanbieter.
    Ignorieren Sie alles Gerede um Reichweiten, Ladestationen und Ladekarten.
    Behalten Sie Ihr Verbrenner als Zweit- und Autobahnfahrzeug bis es technisch- und kostenvernünftige Hybrid-Autos gibt (spätestens in ca. 2 Jahren).
    Oder bis es wirklich praktische Elektroautos mit real 500-700km Reichweite gibt mit passender Ladeinfrastruktur (in 2-3 Jahren).

    Mit dieser Vorgehensweise machen Sie sich und Ihrer Familie einen großen Gefallen und nützen der Umwelt.

  5. Keine Reichweiten- eher manchmal Ladeangst. Unsere ZOE 210 reicht für 90% aller Fahrten. Eine größere Batterie beruhigt, aber dann schleppe ich das große Ding immer mit, obwohl ich es nur in 10% der Fälle brauche!? Zudem werden bei der Herstellung einer großen Batterie auch mehr Energie und Rohstoffe verbraucht. Dann lieber Akku nur bis 30kWh aber auch zu Hause mit 11-22 kW laden.
    Ich würde gerne weiterhin bei langen Strecken mit 50kW laden, und das bei jedem Wetter wirklich mit voller Leistung bis zu 90% Ladestand. Dazu sollten auch die Ladesäulen frei sein und natürlich funktionieren, Strompreis: nicht viel mehr als zu Hause. 100 km Reichweite in 10 Minuten ist für mich genug.

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