Quelle: Rolf Gollnick / pixelio.de
Quelle: Rolf Gollnick / pixelio.de

Zwei erstaunlich unterschiedliche Erfahrungen mit Elektroautos im Urlaub

Zwei meiner Bekannten machen Urlaub auf einer Insel und mieten sich jeweils ein Elektroauto. Und machen ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Bei beiden war der ausschlaggebende Grund, dass wir uns schon intensiver über mein Elektroauto und meine Erfahrungen damit unterhalten hatten. Keiner von ihnen ist bisher selbst mit einem Elektroauto gefahren. Nun wollten sie es mal selbst erleben. Die beiden kennen sich nicht und kamen unabhängig voneinander auf die Idee, von einem erfuhr ich es auch erst im Nachhinein. Hier sind ihre Geschichten, die trotz grundsätzlich ähnlicher Ausgangslage doch sehr unterschiedlich sind.

Sylt

Nissan Leaf (Quelle: Nissan Deutschland)
Nissan Leaf (Quelle: Nissan Deutschland)

Der eine war im Urlaub auf Sylt. Da es beim örtlichen Autovermieter zum gleichen Preis wie den Verbrenner auch einen Nissan Leaf gab, nahm er den. Es gab eine kleine Einweisung und dem Fahzeug lag eine Ladekarte bei. Damit der konnte er einfach alle Ladesäulen der Insel nutzen. Der Urlaub war sehr entspannt, das Fahrgefühl wie vorhergesagt phantastisch und die Handhabung von Fahrzeug und Aufladen einfach. Kein Wunder: er war begeistert als er zurück kam. „Mein nächstes Auto wird auch ein Elektroauto. Das ist ne tolle Sache und zwei Verbrenner brauche ich wirklich nicht.“

Mallorca

Renault ZOE (Quelle: Renault)
Renault ZOE (Quelle: Renault)

Der andere war auf Mallorca. Dort mietete er sich eine Renault ZOE. Leider gab es weder eine Einweisung noch eine Ladekarte dazu. Damit war er im wesentlichen auf sich alleine gestellt. Für die meisten Ladesäulen auf der Insel braucht man aber eine Karte. Und er hat nur eine Säule gefunden, an der er ohne Karte aufladen konnte. Damit war die Reichweite arg eingeschränkt – und auch die Urlaubsfreude. Er erzählte mir nachher, dass sie das ein oder andere Ziel nicht angefahren haben, aus Angst nicht mehr zurück zu kommen. Besonders toll fand er das Erlebnis Elektroauto nicht. Eher einschränkend und etwas stressig. Das kann ich ihm auch nicht verdenken.

Vermieter

Wie ein Elektroauto in so einem Alltagstest wahrgenommen wird und welche persönlichen Schlüsse daraus gezogen werden, hängt also vor allem von den Umständen ab. Liebe Autovermieter, ich finde es toll, wenn ihr Elektroautos im Angebot habt. Und noch besser, wenn diese wie in den beiden Fällen nicht teurer als ein vergleichbarer Verbrenner angeboten werden. Aber bitte, bitte schult Euer eigenes Personal so, dass sie E-Auto-Neulingen eine verständliche Einführung geben können. Vielleicht tut es auch ein Handzettel, den man ins Auto legt und der die wichtigsten Punkte erklärt: wie lade ich, wo finde ich Ladesäulen, welche Zeit sollte ich zum Laden einplanen.

Und sorgt vor allem dafür, dass der Mieter des Autos problemlos an so vielen Stellen wie möglich laden kann. Dazu gehört auch, dass Ihr den Mieter wissen lasst, wie er einfach eine Ladesäule finden kann: die lassen sich z.B. leicht als Sonderziel-Kategorie im Navi hinterlegen. Vor allem auf einer Insel müsste das alles doch super machbar sein. Dann ist nicht nur ein entspannter Urlaub garantiert, sondern auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man mit einem positiven Bild vom Elektroauto und dem Autovermieter heim kommt.

Mieter

Für alle, die ein Elektroauto mieten wollen, ergeben sich aus den Erfahrungen einfache Empfehlungen:

  • Fragt den Vermieter vorab, ob eine Ladekarte zum Fahrzeug dazu gehört und für welche Ladesäulenbetreiber oder -verbünde diese gültig ist.
  • Macht Euch in Verzeichnissen von Ladesäulen schlau, wo in der Region in der Ihr fahren wollt, passende Ladesäulen stehen.
  • Denkt daran, dass die Reichweite genau wie bei Verbrennern nach Norm angegeben wird. Für Eure Planungen solltet Ihr davon ausgehen, dass in der Praxis der Verbrauch 30-50% darüber liegt, im Winter ggf mehr.

Hast Du auch schon mal ein Elektroauto gemietet? Was waren Deine Erfahrungen? Teile sie doch mit mir in einem Kommentar.

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5 Gedanken zu „Zwei erstaunlich unterschiedliche Erfahrungen mit Elektroautos im Urlaub“

  1. HAllo Rene, danke wie immer für Deine gute praxisnahe Berichterstattung!. Hinzuzufügen als langjähriger Praktiker mit verschiedenen E-Fahrzeuge ( 100% BEV) sei die Option e-autostrom – multifunktional. Wer sich unter http://www.drehstromnetz.de/stecker.html informiert hat – eine mobile Ladelösung dabei hat (Adapter Drehstrom/ggfs.Caming CEE/Schuko) hat i m m e r und überall Strom. Nachts zwischen 24-6 Uhr sind weltweit die Stromnetze im NachtStromSchlaf, tagsüber gibt es keine Engpässe. “ Tankst Du noch oder lädst DU schon ?!“ ist das Motto von IEmobility Sonnenuhrendorf (FB) dazu oft mit eigenerzeugtem Strommix (www.balkonmodul.de mit ca 12% Eigenrendite p.a.) Sonnige Grüsse und gutes Stromern und mehr (MEER) wünschen wir.

    1. Hallo IEmobility,
      die Seite listet aber nur Stecker, die ursprünglich nicht fürs Autoladen gedacht waren und vor allem in den Anfangstagen der Elektromobilität genutzt wurden. Zum einen halte ich es für sinnvoll, soweit wie möglich immer auf standardisierte Stecker für E-Autos zu setzen (zB weil eine Kommunikation Auto mit Ladebox ermöglicht wird und so zB brandgefährliche Überlastungen vermieden werden). Zum anderen scheint es mir für jemanden, der im Urlaub nur mal austesten will wie es ist, elektrisch zu fahren, nicht praktikabel. Er müsste sich eine Reihe von Steckern / Adaptern und eine mobile Ladebox besorgen. Das schreckt doch eher ab. Ich finde im Gegenteil, dass das Ladekabel und ggf ein „Notladekabel“ mit Schukostecker (mit eingebauter entsprechender Elektronik zur Vermeidung von Überlastung der Steckdose) vom Vermieter gestellt werden müssen.

  2. Info: Wie viele Verschmutzungsrechte ein Hersteller bekommt, soll sich laut Gesetzentwurf nach dem Verhältnis der produzierten E-Fahrzeuge zu dem der Autos mit konventionellem Motor ergeben.

    „Die Quotenpolitik für Kohlendioxid-Emissionen wird das gesunde Wachstum des neuen E-Mobilitätsmarktes unterstützen“, kommentierte Ye Shengji, stellvertretender Generalsekretär des chinesischen Automobilverbandes. Noch bis zum 25. August kann die Industrie zu dem Entwurf eine Stellungnahme abgeben.
    Quelle: http://bizzenergytoday.com/china_will_autobauer_f%C3%BCr_klimakosten_zur_kasse_bitten (c)

  3. Wir versuchen, auch im Urlaub auf E-Antrieb zu setzen. Aber wie du auch schon bemerkt hast, an manchen Orten geht das gut und an anderen weniger, allein schon wegen des Netzes an Ladestationen.

    Hier gilt es auf jeden Fall, sich vorher zu informieren!

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